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Projektbericht aus Bosnien und Herzegowina

Hilfe im Jahr 2011

06.01.2012

Ein Jahr voller vielfältiger Hilfe

Auch 2011 konnten die ehemaligen Waisenkinder des Waisenhauses in Tuzla, die als Kriegswaisen dort aufwuchsen und jetzt studieren, versorgt werden. Diese inzwischen erwachsenen Kinder sowie andere jugendliche Halbwaisen, deren Väter im Krieg ermordet wurden und deren Einkommen ein Studium unmöglich machen würde, konnten ein Studium aufnehmen bzw. ihr begonnenes Studium fortsetzen. Insgesamt wurden durch Spenden und Patenschaften 18 Studenten, deren monatlicher Zuschuss zwischen 50,00 Euro und 75,00 Euro beträgt, unterstützt.

Ein leukämiekranker, 10 jähriger Junge wurde in die Universitätsklinik Kiel vermittelt. Dieser Junge leidet an einer besonders schwerwiegenden Leukämie. Die Behandlung vor Ort war leider sehr fehlerhaft und nur durch schnelles Eingreifen wurde Schlimmeres verhindert. Die Knochenmarktransplantation wird bis Ende des Jahres durchgeführt werden. Diese teure Therapie konnte die Freundschaftsbrücke erheblich reduzieren aufgrund von Verhandlungen mit der Uniklinik in Kiel und so reichte das in Bosnien gesammelte Geld aus.

Ein bosnischer Arzt erhielt durch unsere Vermittlung die Möglichkeit zur Weiterbildung im Klinikum Hildesheim.

Ein großes Problem wurde im Jahr 2011 an die Freundschaftsbrücke herangetragen. Es handelt sich um den Umgang und die Versorgung der körperlich behinderten Kinder und Kinder, die an Autismus leiden. Einzig in Sarajevo gibt es eine Einrichtung, die 2009 gegründet wurde. Hier können tagsüber diese Kinder aufgenommen werden. Zurzeit sind es insgesamt bis zu 90 Kinder. Davon leben 45 Kinder in Waisenhäusern. Diese Kinder wurden von ihren Eltern verlassen, da die Eltern mit der Situation vollkommen überfordert sind. Es gibt keinerlei staatliche Hilfen und Einrichtungen für diese Kinder. Ärzte, die auf diesem Gebiet arbeiten oder Therapeuten sind ebenfalls in Bosnien nicht zu finden, so dass eine Diagnosestellung und Therapie mehr als schwierig ist. Die Einrichtung wird geleitet durch eine ehrenamtlich arbeitende Therapeutin aus Amerika. Eingestellt werden konnten zwei weitere Mitarbeiter, die für den Umgang mit autistischen Kindern ausgebildet wurden und die pro Monat 250,00 Euro erhalten. Die Kosten werden getragen durch Eltern, die in der Lage sind, 70,00 Euro Beitrag pro Monat zu zahlen und Spenden. Hier ist Hilfe notwendig für den Kauf von Prothesen für körperlich behinderte Kinder und Material für die Arbeit mit den autistischen Kindern. Zu diesen Kindern gehört auch Ridvan Sisic, 4 Jahre alt. Ridvan leidet an verkürzten Beinen und spricht nicht. Im Oktober hat die Freundschaftsbrücke mit Ihren Spenden für beide Beine Prothesen angeschafft. Inzwischen hat Ridvan gelernt zu gehen und zu stehen. Nun muss er sich nicht mehr durch Krabbeln auf der Erde fortbewegen.

Mit Hilfe des Auswärtigen Amtes hat die Freundschaftsbrücke in diesem Jahr 25 kriegszerstörte Häuser wieder aufgebaut und damit ca. 130 Flüchtlingen und Vertriebenen die Rückkehr in ihre ehemaligen Heimatorte ermöglicht. Zusätzlich gab es für die Rückkehrer Einkommen schaffende Maßnahmen: es wurden landwirtschaftliche Kleingeräte, Saatgut, Kleintraktoren, Gewächshäuser, Brennholz, Kühe und Schafe finanziert. Außerdem gab es wie in jedem Jahr sehr viele Bedürftige, an die Lebensmittelpakete verteilt werden mussten. Der aufzubringende Eigenanteil für diese Projekte mit Mitteln des Bundes konnte von der Freundschaftsbrücke nur geleistet werden, weil Sie als Spender uns die Möglichkeit zur Hilfe gegeben haben!

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